Trails im Allgäu: Zirmgrat

Mitte Juni wollten wir als Familienurlaub einmal das Allgäu antesten und waren in Benken untergebracht. Von hier aus gehen verschiedene Wanderrouten ab, zum nahegelegenen Weißensee und steil bergauf zur Burgruine Falkenstein. In diesem Beitrag geht es um die Route…

Falkenstein – Zirmgrat – Salober – Alatsee

Diese etwas anspruchsvollere Tour mit etwa 700 Höhenmetern auf 11km Wegstrecke habe ich auf OutdoorActive entdeckt und alleine mit unserer Hündin von Benken ausgehend absolviert, während der Rest der Familie einen Ausflug unternahm, bei dem der Hund nicht mitgedurft hätte. So verbrachten wir einen aufregenden Trail-Tag zu zweit.

Von Benken zur Burgruine gibt es verschiedene Aufstiegsvarianten, rechts bequem (und dennoch ab dem Waldrand steil) über Schotter und Waldwege, links die Abenteuervariante über Kuhweiden, die ich von einem „Spaziergang“ bereits zur Hälfte kannte. Ich entschied mich für die Kraxelpartie über die Weiden. Die neugierigen Kühe kamen heran, was unserer Hündin nicht so geheuer war. Also zügig über das nächste Gatter…

Bald schon erreichten wir die Ruine mit einem kleinen Abstecher durch die Mariengrotte und genossen bei einer kurzen Rast den Blick in die Ferne.

Panorama von der Burgruine Falkenstein

Von der Ruine und dem anliegenden Hotel ging es einige hundert Meter die asphaltierte Straße und wahlweise auf zugewucherten Trampelpfaden bergab, die ich in der MapsForge-Karte entdeckte. Der Einstieg zum Zirmgrat lag in einer Kurve, der Weg darunter war wegen Forstschäden gesperrt. Glück gehabt!

Panorama in Richtung Benken, Einstieg zum Zirmgrat
Panorama in Richtung Benken, Einstieg zum Zirmgrat

Ab jetzt würden wir mehr Geocaches als Menschen zu Gesicht bekommen… genauer gesagt vier Geocaches und nur ein Wandererpärchen. Sie Deutsche, er Mexikaner. Die beiden hatten weder ein klares Ziel noch irgendeine zeitliche Beschränkung bei ihrer Reise über zahlreiche Landesgrenzen hinweg… Irgendwie bemerkenswert. Minimales Gepäck, aber eine Flöte, ein Didgeridoo und weitere Instrumente dabei. Was man hier draußen eben braucht! 😉

Der Weg über den Zirmgrat auf den Salober hinauf und den Abstieg zur Saloberalm schlängelt sich durch ein riesiges Waldgebiet, mit vielen Aussichtsmöglichkeiten in Richtung Österreich und zeitweise direkt am Abgrund entlang. Ein richtig toller, sehr abwechslungsreicher Singletrail! Immer wieder passiert man Grenzsteine, die allesamt durchnummeriert und mit Jahreszahlen und Länderkennungen sind.

Beim Abstieg vom Salober durchstreiften wir einige gerodete Gebiete. Der Schädlingsbefall grassiert hier ebenso wie in den heimischen Wäldern, erschreckend und bizarr zugleich. Ein letztes steiles Stück hinab, über aufgeschüttete Holzstufen und in Stein geschlagene Tritte hinab, stieß ich auf einen mir bereits bekannten Abschnitt. Ein kurzer, mittelmäßig anspruchsvoller Rundweg mit wahnsinnig schöner Aussicht, der an der Saloberalm startet und endet. Die letzten heftigen Steigungen lauerten hier. Meine Hündin kannte den Weg und durfte voranlaufen, da sie sich schon auf der gesamten Strecke sehr gut an mir orientierte.

Die Saloberalm liegt direkt hinter der Grenze auf österreichischer Seite. Ich kann hier definitiv den Kaiserschmarrn empfehlen, den ich auf einer vorigen Tour probiert hatte. Leider verpasste ich die Öffnungszeiten um wenige Minuten.

Abstieg vom Salober zum Alat- und Weißensee, Blick auf den Weißensee

Von der Saloberalm führt eine breite Schotterstraße zum Alatsee herunter. Auch hier kann ein Teil der Strecke über Trampelpfade umgangen werden. Meine neuen Vibram Fivefingers V-Train waren auch auf den stark verwurzelten Stücken eine gute Wahl. Sogar auf der wegbrechenden, morschen Stufe boten sie mir guten „Halt“ oder besser gesagt die nötige Fleibilität, das Malheur auszubalancieren. Und fast wäre ich noch auf den kleinen schwarzen Kumpel draufgelatscht… Glück², würde ich sagen.

Feuersalamander ohne Feuer? Ein Lurch? Hm…

Am Alatsee kühlten wir uns gemeinsam ab. Es kostete etwas Überredung, aber der treue Begleithund wagte sich zum ersten Mal richtig ins Wasser und beobachte neugierig die kleinen Fische, die sich um ihre Pfoten tummelten.

Abkühlung im Alatsee, danach Endspurt

Vom Alatsee geht es über eine asphaltierte Straße oder über einen Waldweg zum Weißensee herunter. Wer das hintere Ufer noch nicht kennt, sollte unbedingt die Route über die Straße bis zum Parkplatz am Weißensee wählen und dann dem schmalen Weg entlang des Sees folgen. Vom Felsentor habe ich leider kein Foto zur Hand.

Weißensee, Blickrichtung nach Füssen. Rechts in dem Waldgebiet versteckt sich der Alatsee.

Über den ganzen Tag verteilt gab es Leckerchen, Käse, andere Snacks und natürlich ausreichend Wasser. Langsam meldete sich dennoch der Hunger. Den schönen und erlebnisreichen Tag ließen wir auf dem Ferienhof am Lagerfeuer mit Schwenkgrill ausklingen. Und ein letztes Mal Glück gehabt: Die Gewitter, die für den frühen Abend gemeldet waren, rollten erst lange nach Einbruch der Dunkelheit an.

Details und GPX-Datei: https://www.outdooractive.com/de/route/wanderung/allgaeu/ueber-den-zirmgrat-zur-burgruine-falkenstein/19049335/

Trails im Allgäu: Tegelberg

Mitte Juni wollten wir als Familienurlaub einmal das Allgäu antesten und waren in Benken untergebracht. Von hier aus gehen verschiedene Wanderrouten ab, zum nahegelegenen Weißensee und steil bergauf zur Burgruine Falkenstein. In diesem Beitrag geht es um die Route…

Tegelberg – Pöllathschlucht – Neuschwanstein

Diese Strecke hat meine Frau recherchiert, wofür ich sehr dankbar bin. Mit der Gondel fuhren wir morgens früh auf den Tegelberg, der noch im Nebel lag. Einige Gleitschirmflieger warteten auf passende Startbedingungen. Langsam verzogen sich die Wolken, die zuerst die Sicht auf Schneefelder unterhalb freigaben, dann einen traumhaften Blick über die vielen Seen ringsum.

Bei schönstem Sonnenschein ging es in den nächsten Stunden rund einen Höhenkilometer über eine beeindruckende, technisch anspruchsvolle 10km-Route hinab. Die Strecke könnte kaum abwechslungsreicher sein: über einen breiten Kiesweg, linke Hand an der Bergstation vorbei, gelangt man zu einem Geröllfeld…

Blick vom Tegelberg auf Forggen- und Bannwaldsee

Es folgen wurzelige, steinige Passagen durch den Wald, teils wie durch einen ausgewaschenen, trocken gefallenen Bachlauf. Die Kids freuten sich über jede noch so kleine Schneeansammlung. Einige Wanderer und Kletterer kamen uns auf diesem Abschnitt entgegen. Dafür, dass die Gondeln so voll waren, erwies sich die Strecke als erstaunlich wenig frequentiert.

Da sich 12m Schleppleine trotz ständigem Aufwickeln gerne an Wurzeln und Vorsprüngen verfangen, entschieden wir uns dazu, unsere Hündin, wo es nur ging, abzuleinen. Sie ließ sich sehr gut dirigieren und lief die Strecke bestimmt zwei- bis dreifach.

Das letzte Drittel der Tour hat es in sich: Hier wird es so richtig alpin – steinig, unwegsam, in Serpentinen lange und steil bergab. Eingeleitet wird dieser Abschnitt durch Metallsprossen, die in den Fels geschlagen wurden und einige Meter bergab führen. Für unseren Labrador-Bergziege-Mix war das kein Problem; sie suchte sich eine Alternative nebendran und wartete am Absatz, bis der Letzte (der mit der Kamera um den Hals) die Sprossen passiert hatte.

Zerklüftete Felsen im letzten Drittel

In der Streckenbeschreibung hieß es, örtlich bestehe Absturzgefahr. Das dürfte insbesondere für die vielen Trampelpfade und Vorsprünge am Abgrund gelten, die aber gleichzeitig einen hervorragenden Blick auf Schloss Neuschwanstein und das Umland bieten.

Auf der Marienbrücke und vor dem Schloss Neuschwanstein war es brechend voll, dass wir die Hotspots schnell passierten. Zuvor wurde die Pöllatschlucht wieder für den Besucherverkehr freigegeben, wo deutlich weniger Menschen unterwegs waren.

Mit dem Verlassen der Schlucht wurden die Wege wieder „normal“. Auf dem Rückweg zum Parkplatz erstreckte sich ein letztes Mal der Tegelberg von Seilbahn bis Schloss Neuschwanstein vor uns.

Panoramafoto mit Screenshot der OutdoorActive-Karte + Höhenprofil

Details und GPX-Datei: https://www.outdooractive.com/mobile/de/route/bergtour/allgaeu/schwangau-tegelberg-marienbrueckenweg/2808912/

Nachtrag: Im Oktober 2019 wurde die Gegenrichtung als technischer Salomon Workshop unter https://www.salomon.com/de-de/experiences angeboten.

Zusatzmotivation auf 4-8 Pfoten

Ich habe durchgehalten, trotz Arbeit, kalter Jahreszeit und was einen sonst noch vom Trainieren „abhalten“ könnte. Das Wetter hat sogar gut mitgespielt und unsere neuen Vierbeiner scheinen bei wirklich jedem Wetter Spaß am Laufen zu haben…

Links Pflegehund, rechts neues Familienmitglied.

Zum Antesten bin ich mit Sicherheitsgeschirr und 12m-Schleppleine bereits im Dezember mit dem 2-jährigen Australian Shephard losgezogen. 6km und der Hund bekam gar nicht genug. Die nächste Runde umfasste schon 10km mit Steigungen, immer Vollgas und nicht zu bremsen.

Auf Silvester war es trocken und damit die 2 jungen Hunde später richtig müde sind, bin ich 3 Stunden Intervalle rund um den Lindelberg gelaufen. Die Kids tobten anschließend noch volle 4 Stunden mit ihnen. Kurz vor Mitternacht waren beide Hunde platt und das Feuerwerk verschliefen sie.

Im Januar testete ich „Cani-Cross“, Hunderennsport für Läufer mit Hund – da lief sie sehr unerwartet und ausschließlich (!) bei Fuß… schade. Andererseits nicht das Verkehrteste bei Schneematsch und Eisregen. Die Blondine durfte altersbedingt noch keine so intensiven Läufe begleiten, erst in ein paar Monaten.

Trainingseinheit mit Sicherheitsgeschirr und Schleppleine

Den Australian Shephard konnten wir im Februar weitervermitteln, die Blondine genießt seither alleine und glücklich ihr „Für-Immer-Zuhause“. Letztes Jahr mussten wir uns ja leider binnen weniger Wochen von unseren alten Hundedamen verabschieden :-(( und die bergigen Läufe waren auch nix mehr für sie.

Rosi beim gemütlichen Spaziergang auf meinem Lieblingstrail, 2017
Lola auf ihrem letzten Spaziergang, die 180 Höhenmeter wollte sie unbedingt nochmal rauf 🙁

Jedenfalls läuft unsere Blondine sehr gut mit, zunehmend sicherer und mit lockerer Leine. Sie wird mich die nächsten Monate beim Trainieren begleiten…